Es gibt Katastrophen im Leben, auf die man nicht vorbereitet wird und die nicht geprobt werden können. Dazu gehört der Tod eines Menschen.

Plötzlich ist man allein und muss sich dieser Herausforderung stellen. Ich habe mich dieser gestellt - mit aller Kraft, allem Mut, mit der Hilfe der Familie,vielen Freunden und mit neuen Aufgaben und Zielen, die ich mir selbst auferlegte.

Das Krebsleiden über sechs Jahre und der Tod meines Mannes, im Dezember 2004, einen Tag vor meinem 60. Geburtstag, ließen für mich nur bedingt ein eigenes Leben zu. Aber wir lebten diese Krankheit gemeinsam bis zum Schluss, und ich wuchs mit mir. Ich manifestierte in meinem Bewusstsein, dass ich an der Endgültigkeit nicht zerbrechen will – mir zuliebe, dem Leben zuliebe, der Familie, den wunderbaren Menschen, die ich durch meines Mannes Leiden kennengelernt habe, und meinem Mann zuliebe, mit dem ich 43 Jahre verbrachte.

Die gewonnene Freiheit ist schmerzlich und der Weg des Alleinseins schwer.

Aber der Tod ist für die Zurückbleibenden nicht das Ende, und das Leben ist spannend, und nur der liebt es, der die Möglichkeiten zu leben, entdeckt.

Im März diesen Jahres wurde in mir während einer Kur durch Zufall und einen guten Freund, dem ich ein Trostgedicht schrieb, die Liebe zur Lyrik und zum Schreiben wieder wachgerufen.

Mir fielen spontan alle möglichen Gedanken, Gefühle, Metapher und Versanfänge ein, die ich aufschrieb oder gleich zu einem Gedicht verarbeitete.

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